Auch ich habe mich eine Zeit lang damit beschäftigt, die Verständigung der Schmerlen zu analysieren. Leider waren meine Versuche häufig durch unzureichendes Equiptment oder widrige Umstände zum Scheitern verurteilt, was ich erhaschen konnte, waren ein paar vage Einblicke in die gegenseitige Kommunikation zwischen den Pracht- oder auch Clownschmerlen (Botia macracanthus) während der Fütterung.

Zunächst wurde das vorbereitete Futter (in diesem Fall rote Mückenlarven) in das Aquarium eingebracht. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Schmerlen in ihren Verstecken, nur das Leittier konnte genau beobachten, das es jetzt Futter geben würde, denn der Rest des Rudels befand sich tiefer in der Höhle.
Nachdem ich den unmittelbaren Gefahrenbereich verlassen hatte, stieß das Leittier zwei Knackgeräusche aus, die ich hier mal oszillographiert habe. Das Ergebnis klingt wie ein Schnalzen, zu beachten ist die Lautstärke, die beim ersten Schnalzer.
erheblich lauter und kräftiger klingt als beim zweiten Schnalzer.
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Nun verließ das Leittier zunächst die Höhle, um die Gegend zu erkunden, und entdeckte schließlich das Futter am Boden, machte sich darüber her. Die anderen Schmerlen verließen ebenfalls ihr Versteck und näherten sich zaghaft dem Leittier, eine der Schmerlen gab darauf ein Geräusch von sich, das ich als Frage "darf ich jetzt auch fressen ?" interpretiere. Dabei handelte es sich um drei kurz aufeinander folgende Schnalztöne, die kurz darauf wiederholt wurden (eventuell von einer der anderen untergeortneten Schmerlen ?)
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Die Antwort hierauf war unmißverständlich - ein kurzer lauter Schnalzer gefolgt von einer ruckartigen Bewegung des Leittiers, welche einen Angriff andeutete - dieses Geräusch bedeutete also entweder "nein" oder "verschwindet", wobei die Schmerlen wohl nicht nur auf die Anzahl der Schnalzer sondern auch auf die Lautstärke und die Tonlage der unterschiedliche "Worte" reagieren.
Dieses Signal wurde sofort richtig interpretiert, die untergeortneten Schmerlen zogen sich etwas zurück und warteten ab, bis sie an der Reihe waren. Ohne weitere Geräusche abzugeben verharrten die Tiere an den jeweiligen Standorten, bis das satte Leittier sich seinerseits auf seinen Wachposten zurückzog.
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Nachdem die untergeortneten Schmerlen fast das ganze Futter aufgenommen hatten, machte ich absichtlich eine ruckartige Bewegung, um zu testen, ob das Leittier mit einem Geräusch oder nur mit der Fluchtreaktion sein Rudel vor einer Gefahr warnt (siehe hierzu auch den Erfahrungsbericht Botia macracanthus in der Datenbank).
Wie man sehen kann, sieht das Qszillogramm hier etwas anders aus. Es ist hier ein lauter Schnalzer gefolgt von einem leiseren, mahlendem Geräusch - nur Bruchteile einer Sekunde darauf setzen sich die Schmerlen in Bewegung und flüchteten in ihre Höhlen - also erfolgt zuerst eine akustische Warnung und dann die Flucht. Um auf diesem Oszillogramm etwas erkennen zu können, mußte ich den letzen Teil des Signales auf das doppelte strecken, daher die unterschiedliche Rasterung.
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Hier enden meine Aufzeichnungen bereits, denn ohne ein vernünftiges Unterwassermikrofon und eine hochauflösende Videokamera ist eine genauere Analyse der Lautäußerung leider nicht möglich.
Wir können aber schon aus diesen vier eindeutig verschiedenen Geräuschen ersehen, daß die Schmerlen tatsächlich zumindest so etwas wie einen primitiven Wortschatz besitzen - damit und mit der Beobachtung der sozialen Kontakte von Schmerlen im allgemeinen ergibt sich für den aufmerksamen Beobachter ein besonders interessanter Blickwinkel.
Zu meinem Erstaunen konnte ich feststellen, daß der "normale Aquarianer" vor der Scheibe längst nicht alle Geräusche wahr nimmt - vieles konnte ich erst über Lautsprecher hören, und die Fische waren sichtlich irritiert, als sie ihre grade geäußerten Laute immer wieder erneut vernehmen konnten, während ich sie beim Schneiden und Filtern zur Kontrolle über die Lautsprecher mitlaufen ließ...