Die Schistura corica ist ein sehr flinker Fisch, der immer viele Artgenossen um sich haben sollte. Gemeinsam besetzen sie Verstecke - meist Steinhaufen mit vielen Lücken uns Spalten - und halten von dort aus Ausschau nach möglichen Fressfeinden.
Wegen ihrer geringen Größe von grade mal 4 cm sind sie auch für mittlere- und kleine Aquarien gut geeignet, allerdings sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit überwiegend kleinem Lebendfutter geachtet werden.
Die anfängliche Scheu der Tiere ist bereits wenige Wochen nach dem Einsetzen gänzlich verflogen.
Besonders nach einer guten Fütterung und einem anschliessendem grosszügigen Wasserwechsel kann man oft beobachten, wie einzelne Tiere kleinere Rangkämpfe durchführen. Dabei schwimmt ein angriffslustiges Männchen über ein anderes Männchen und lässt sich auf dessen Körper niedersinken. Das unten liegende Männchen schwimmt jetzt mit einer ruckartigen Bewegung fort, dreht eine Runde und beisst bzw stösst das erste Männchen in Höhe der Afterflosse in die Seite. Zeitgleich tut das zweite Männchen das Selbe, so dass die beiden Tiere einen Kreis bilden. In dieser Form kreiseln sie mit enormer Geschwindigkeit immer rund, ohne sich dabei grossartig vom Fleck zu bewegen - solange, bis eines der Tiere aufgibt und pfeilschnell wegschwimmt. Meist wird es nicht verfolgt, der Sieger gesellt sich zu dem Weibchen, das alles aus einiger Entfernung beobachtet hat.
Da die Tiere sehr klein sind kann man mit blossem Auge keine äusseren Geschlechtsunterschiede erkennen, ausser dass das Weibchen unten einen viel breiteren Bauch hat und auch sonst etwas rundlicher wirkt als seine männlichen Artgenossen.
Schon bald stellte sich heraus, dass diesen Tieren der feine Sand meines Aquariums sehr gut zusagte. Sie wühlten mit ihren kleinen Köpfen ständig irgendwo im Sand herum, huschten flink von einer Ecke zu einer anderen und ruhten später auf kleinen Wurzeln oder stark beleuchteten Stellen feinen Sandbodens aus.
Es erscheint einem Aquarienbesitzer als normal, wenn während der Wartungsarbeiten am Aquarium alle Fische schlagartig verschwunden sind und sie erst dann wieder auftauchen, wenn sich die Lage normalisiert hat, doch dieses Verhalten ist den Corica nicht nachzusagen:
Selbst beim Reinigen der Aquarienscheiben wuseln diese
quirligen Tiere ständig umher, schwimmen zwischen den Fingern hindurch und
haschen nach den grade abgeraspelten Algenflusen die durchs Wasser treiben. Man
muss schon aufpassen, wenn man diese aufdringlichen Tiere nicht versehendlich
bei Wartungsarbeiten verletzen möchte, denn ihre Neugier kann so weit gehen,
das sie sich am Scheibenreiniger niederlassen oder in die Kuhlen im Sand legen,
an denen man grade eine neue Pflanze einsetzen möchte.
Manchmal
wird es aber auch diesen Tieren etwas zu viel, so habe ich versehendlich eine
meiner Corica fast unter einem Stein vergraben – sie konnte sich grade noch
selbst befreien und schwamm blitzartig darunter hervor und war im selben Moment
verschwunden. Zunächst dachte ich, sie wäre in irgendeine Höhle verschwunden,
doch dann entdeckte ich mitten in einer großen Sandfläche eine Rückenflosse.
Durch meine Umbauaktionen im Aquarium vermutete ich, dieses Tier versehendlich verschüttet zu haben als ich eine Pflanze entfernte, doch als ich die Flosse vorsichtig mit dem Finger
berührte, huschte der Fisch blitzartig hervor und anstatt sich im Pflanzendickicht oder in einer der Höhlen in Sicherheit zu bringen, vergrub sie sich ein paar Zentimeter weiter mit heftigen schlängelnden Schwanzschlägen erneut…
Das wirft die Frage auf, wie ein fast vollständig im Sand eingegrabenes Tier noch atmen kann bzw. wie lange es in dieser Position bleiben kann, bevor es sich wieder ausgraben muss um zu
atmen. Mein Tier hielt es eine Minute und 20 Sekunden in dieser Position aus, bevor es sich wieder befreite und in eine kleine Anubias-Staude rettete. Sichtlich erschöpft brauche sie erst einige Zeit, bis sie sich wieder ihren Artgenossen anschloss um meine grade durchgeführten Umbauten und Neubepflanzungen zu inspizieren.
Ein interessantes Schauspiel ist es auch, wenn die Schistura corica im verwirbelten Wasserstom der Strömungspumpen versuchen, Tubifex oder zu groß geratene Mückenlarven zu fangen und zu fressen.
Ich verfüttere in den Sommermonaten gern Lebendfutter dieser Art, da eine abwechselungsreiche Fütterung den Jagdtrieb der Tiere unterstützt und so ein wenig Leben in den sonst so tristen Alltag der
Aquarienfische bringt. Eine bevorzugte Futterart konnte ich allerdings nicht &xnbsp;feststellen,
sie fressen fast alles, was durchs Wasser treibt, nehmen aber nur ungern Futter vom Boden auf.