Die Barteln einer Schmerle und deren Funktion



In diesem Bild habe ich die Bartelpaare farbig markiert. Dieses Beispiel zeigt drei Bartelpaare einer Prachtschmerle (Botia macracantus) Zur besseren Übersichtlichkeit sind die Bartelpaare der linken Seite rot, und die der rechten Seite blau eingefärbt. Die grün markierten hakenförmigen Barteln sind nach vorne gebogen, ich vermute den Grund dafür darin, das sich so Schnecken besser greifen und umwerfen lassen. Die Barteln kann man sich von der Funktion her wie die Nasenschleimhaut beim Hund vorstellen - über diese werden Gerüche im Wasser aufgenommen, die zum Beispiel von Futtertieren abgegeben werden, und das über eine große Entfernung. Zusammen mit den Geruchsnerven an der Seitenlinie der Fische ergeben sie ein hochgenaues Ortungssystem für Fressbares. In unseren Aquarien wird dieses System durch den Wasserkreislauf etwas verwirrt, die Geruchsstoffe verteilen sich über die Pumpe zu schnell im gesamten Wasser, was die Ortung erschwert.
Schmerlen durchwühlen oft den Boden, sie suchen dort nach Larven und anderen Kleinstlebewesen - ihre Erfahrung läßt sie häufig auch im Wurzelwerk von Pflanzen graben - sehr zum Ärgernis des Unterwassergärtners.
Die feinen Tast- und Geruchsorgane sind sehr empfindlich, durch das dauernde Wühlen in scharfkantigem Sand können sie 'zerkratzen', in diesen Kratzern siedeln sich Bakterien an und sorgen für Entzündungen. Wenn dies zum Dauerzustand wird, bilden sich die Barteln allmählich zurück, die Fische verlieren die Fähigkeit, selbständig Futter zu finden und magern zunächst ab. In Extremfällen können diese Tiere sogar verhungern, wenn sie nicht durch ein Überangebot an Futter versorgt werden.
In unseren Aquarien ist die Erregerzahl relativ gering, Futtermittel und Wasser nahezu Keimfrei, so das eine Entzündung der Barteln nicht so schnell auftreten wird, dennoch sollte man auf scharfkantige Gegenstände und Sand aus Splitterbruch weitgehend verzichten.